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Forum  News  Highscore  Dragopedia  14.12.2017 08:54:36 Uhr

Beweise Dich als meisterhafter Stratege, schlauer Händler und kluger Herrscher in Dragosien, dem Land der Drachen.

Errichte eine Siedlung, baue eine Drachenzucht auf und messe Dich in der königlichen Liga der Drachen.

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Profil von Sir Spitfire aus Lorddark59sien.
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<b>Sir Spitfire</b> ist ein erfahrener, erwachsener Drache.

Sir Spitfire ♂ (777 Punkte, 936 Elo)

Sir Spitfire ist ein erfahrener, erwachsener Drache.

Besitzer:
Lorddark59

Eltern:
-

Kinder:
Astaroth  

Besondere Stärken:
Feuerkraft

Wettkampfstatistik:
43 gewonnen, 44 verloren

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==Spitfire==



Spitfire ist Vater von Astaroth


==Spitfires Drachenblog:==



08.05.2011

Daemona, die Naschkatzen und eine entzogene Fluglizenz

Es sind schon wieder vier Wochen seit meiner letzten Eintragung vergangen, und es ist einiges passiert in der Zeit. Fassen wir kurz zusammen: Wir sind jetzt in einer Gilde, ich bin Vater geworden, ich hatte ein paar Wochen Flugverbot, meine Kollegin Daemona spielt in der ersten Gildenmannschaft Dragball...So viel zu erzählen und so wenig Zeit.

Wer mein Blog von Anfang an gelesen hat, kann sich bestimmt noch erinnern, was mein Chef, der Lord, immer über Gilden gesagt hat: Brauch ich nicht, will ich nicht, Dragball interessiert mich nicht....Und jetzt?

Der Alte ist in eine Gilde eingetreten. Wir sind jetzt Mitglied bei den "Verrückten Naschkatzen", eine junge aufstrebende Gilde mit 23 Mitgliedern und zwei Dragballmannschaften. Ich kenne den Alten mittlerweile ganz gut, er hat da irgendwas vor, ich weiß nur noch nicht, was, denn wie üblich weiht er uns nicht in seine Pläne ein.

Es könnte mit Daemona zusammenhängen, die er kurz vorher geholt hatte. Ach ja, über Daemona habe ich hier ja noch gar nichts geschrieben. Nun, sie kam einige Zeit vor unserem Gildeneintritt bei uns an, damals war sie noch ein Ei, und ehrlich gesagt, als Ei war sie mir noch am liebsten. Jedenfalls hatte der Lord damals die besten Magier und Drachenspezialisten damit beauftragt, herauszufinden, wofür der kleine Drache im Ei am besten geeignet sei. Die untersuchten das Ei mit den merkwürdigsten Methoden, (ich weiß immer noch nicht, was sie da eigentlich getestet haben, als sie das Ei auf dem Boden hin- und herrollten oder es an einem an den Deckenbalken gebundenen Seil herumschwingen ließen).
In Zusammenhang mit dieser etwas skurrilen Untersuchung fiel zum ersten Mal der Begriff "Dragball".

Wie das Ganze weiterging, habe ich allerdings nicht selbst miterlebt, denn ich war ääähhm...sagen wir "anderweitig" beschäftigt.

Ich bin ja schon mit einigen Drachinnen geflogen (also jetzt nicht in der Arena, meine ich), aber es war nie etwas Ernstes draus geworden. Also fragte ich den Lord, ob er vielleicht Drachenbesitzer mit schönen Drachinnen kennt, die er vielleicht fragen könnte...na ja, ihr wißt schon. Jedenfalls hatte der Alte sich mal umgehört und kam einige Tage später mit den Bildern einiger hübscher Drachinnen zu mir.

"Hier," sagte er, "schau dir die Damen mal an, und such dir die schönste aus." Ich mußte nicht lange suchen, die auf dem dritten Bild, eine gewisse kali, gefiel mir auf Anhieb. Sie war so natürlich, wildfarben, keine bunte, aufgedonnerte Diva, die nur über Krallenlack und Schuppenwachs reden kann, aber sonst nichts zu bieten hat.
"Die hier," sagte ich und zeigte auf das Bild von kali, "die gefällt mir. Aber wer sagt, das sie mich auch mag? Sie kennt mich ja gar nicht..."
"Nun, sie kennt dich schon, naja, dein Bild zumindest." sagte der Lord grinsend. "Ich habe mal eine Anzeige im Forum aufgesetzt, und dies hier sind die Interessentinnen. Soll ich sie einladen?"

Einige Tage später traf kali bei uns ein. Sie landete anmutig auf unserer Flugplattform und sah in natura noch schöner aus, als auf dem Bild. Der Lord hieß sie willkommen im finsteren Turm und stellte uns gegenseitig vor. Dann zog er sich unter einem Vorwand zurück. Ich hatte ein paar Rinderhälften geröstet und lud kali zum Essen ein.
(to be continued)


07.04.2011

Geschichten aus der Arena I

Ich habe inzwischen an die dreißig Wettkämpfe hinter mir, seit ich erwachsen geworden bin, aber einer davon wird mir immer im Gedächtnis bleiben, und zwar der erste.
Es war kurz nach meiner Steigerung zum jungen Erwachsenen, als der Lord mit ein paar anderen Leuten in der Arena erschien, wo Coach und ich gerade mit mehreren alten Schiffsmasten, die er irgendwo organisiert hatte, eine Art abgewandeltes "Baumslalom" spielten. Der Coach hatte die Masten im Abstand von 25 Metern aufstellen lassen, die ich leidlich elegant umkurvte, während er mich dabei reichlich mit Hohn und Spott überschüttete.
Business as usual also, konnte man sagen.

Der Lord indes gab einem dürren Typen mit großer Brille Anweisungen, die dieser, bei jedem Satz, den der Alte von sich gab, eifrig nickend auf einen Notizblock schrieb.
"Otto, Spitty, zu mir!" ertönte seine raue Stimme, nachdem er mit dem Anweisungenerteilen fertig war.

"So, Leute, folgendes..." begann er, als Coach und ich uns bei ihm eingefunden hatten. "... Wir, das heißt, du, Spitty, haben heute abend einen Wettkampf. Und zwar wirst du im Wettfliegen gegen einen gewissen..." er blätterte in seinen Unterlagen "...finde ich jetzt nicht, egal, antreten. Ich verlange einen sauberen fairen, aber vor allem erfolgreichen Wettkampf, meine Herren. Und jetzt müsst ihr die Arena räumen, damit die Aufbaumannschaft alles für heute abend vorbereiten kann."
Arena räumen! Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen.

"Ich fliege dann noch mal eben..." weiter kam ich nicht. "Du fliegst nirgendwo anders hin als in den Saustall, den du deine Kammer nennst! Da wartest du mit deinen Unterlagen auf mich. Du Holzkopf hast doch schon längst wieder das Regelwerk und die Flugtheorie vergessen, wie ich dich kenne. Das gehen wir alles heute nachmittag noch einmal gründlich durch. Ich will die Blamage heute abend einigermaßen in Grenzen halten." sprach der Coach mir mal wieder sein kaum vorhandenes Vertrauen aus. Wie prophetisch seine Worte waren, ahnte ich da noch nicht.

Machen wir es kurz. Flugtheorie und Regelwerk waren mir natürlich völlig vertraut, ich verbrachte also einen ziemlich langweiligen Nachmittag, doch schließlich war es soweit. Coach und ich flogen das kurze Stück zur Arena hinunter und betraten sie durch einen Nebeneingang. Ich verbrachte noch etwa eine Stunde in meiner Kabine, in der ich auf den Wettkampf vorbereitet wurde. Mir wurde die Startnummer 666 mit blutroter Farbe auf den Rücken gemalt (Eine der "witzigen" Ideen unseres dämonischen Fürsten) und dann eine schwarze Decke mit dem Wappen unserer Drachenzucht übergelegt. Schließlich fand ich mich im Gang zum Innenraum der Arena wieder. Ein paar Meter vor mir sah ich meinen Gegner stehen, der als Gast traditionell die Arena als Erster betreten sollte. Er war ein normal gefärbter Drache, etwas kleiner als ich, und neben ihm stand eine mit einem schwarzen Umhang verhüllte Gestalt. Im Inneren der ausverkauften Arena fand noch das Vorprogramm statt, eine Kapelle spielte während eine Gruppe Drachenkinder kleine Flugkunststücke vorführte.

Dann war es so weit. Der Arenasprecher rief uns auf, zunächst den Gast, der sich, flankiert von seiner Herrin, langsam in Bewegung setzte. "Findeichjetztnichtegal" hieß eigentlich FallenAngel und gehörte zur Drachenzucht einer gewissen Vampirhexe namens poison. FallenAngel begann seine Aufwärmrunde, hier können wir Drachen uns auf die Strecke einfliegen und das Publikum mit ein paar Flugtricks erfreuen. FallenAngel beschränkte sich aber darauf, die Runde einmal in relativ gemütlichem Tempo abzufliegen und sich dann auf der Startlinie niederzulassen. Seine Landung wirkte etwas unbeholfen, doch, statt ihn vor aller Augen niederzumachen, tätschelte seine Chefin ihm nur den Hals und sprach ihm ein paar Worte ins Ohr, worauf er eifrig nickte.

"Spiiiiiitfire" mein Name, gebrüllt vom Arenasprecher, riss mich aus meinen Gedanken. "Na rein mit dir, Ochsenfrosch, dein erstes Rennen wartet auf dich."

Ich betrat den Innenraum der Arena mit dem Coach an meiner Seite und einem merkwürdigen Gefühl im Bauch, irgendwie eine Mischung aus Vorfreude und etwas Bammel und noch etwas Undefinierbares (Später fand ich heraus, daß es Bedauern war, meine Jugend war jetzt unwiderruflich zu Ende, das Leben würde von nun an schwerer und härter sein).

Ich begann meine Show, so wie Thunderstorm es mir einst geraten hatte. Als erstes legte ich den (noch nicht so) berühmten Spitfire-Raketenstart hin, bei dem ich mächtig Staub aufwirbelte, beschleunigte noch weiter und stürzte mich mit weit ausgebreiteten Flügeln in die Kurve, dann stieg ich bis fast zum Arenadach hoch und legte dabei eine Spur aus Feuer, stürzte mich wieder hinab und setzte sanft wie eine Feder auf der Startlinie auf. Zum Schluß richtete ich mich noch einmal auf und bedankte mich beim jubelnden Publikum mit einem gewaltigen Feuerstoß.

Ich sah kurz hinüber zu FallenAngel auf Bahn 5, seine Chefin hatte ihre Kapuze abgenommen und erteilte ihm noch ein paar letzte Anweisungen. Dabei sah sie auch kurz mir in die Augen. Puuh, ich hatte das Gefühl, ihre eiskalten grünen Augen könnten direkt in meinen Kopf sehen und meine Gedanken lesen... Die Anweisungen vom Coach bekam ich danach kaum mit. Schließlich flammten alle Lichter in der Arena auf, ein Zeichen, daß das Rennen unmittelbar bevorstand. Der Lord führte seinen unheimlichen Gast in die Fürstenloge und gab dem Starter ein unauffälliges Zeichen.
"Auf die Plätze...Fertig..."*Schuß* Ich startete gut und was dann folgte, tja...Es war ein einziges Desaster.

Nichts klappte, was im Training tausendmal gut gegangen war, ich kriegte keine Kurve richtig, zwar konnte ich ihn auf der Gegengeraden noch einmal einholen, doch am Ende segelte FallenAngel elegant über die Ziellinie, während ich noch versuchte, in der letzten Kurve auf meine Bahn zurückzufinden.

Ich hatte verloren! Ich war ein dämlicher Ochsenfrosch! Zu blöd zum Kurvenfliegen! Wie hatte der kleine Kerl mich bloß schlagen können? Und vor allem: Warum hat der Coach das vorher gewußt?

Ich ging hinüber zu FallenAngel, um ihm zu gratulieren. "Hallo, ich bin Spitfire, gratuliere dir zum Sieg." "FallenAngel, " stellte FallenAngel sich vor, " Es war mir eine Ehre mit dir zu fliegen..."

Oben in der Fürstenloge saß der Lord mit versteinerter Miene und rotglühenden Augen in seinem schwarzgepolsterten Lehnstuhl, während poison neben ihm begeistert ihrem Drachen applaudierte.
Dann kam der Coach zu mir, erstaunlicherweise grinste er breit. "Mann, haben die uns eingeseift, diese schwarze Hexe mit den grünen Augen ist ne verdammt gute Taktikerin." Ich verstand überhaupt nichts mehr, wieso fand der Coach meine Niederlage lustig? Sein Job stand doch genauso auf dem Spiel wie meiner. Es war doch allgemein bekannt, wie wenig Spaß der Chef verstand, wenn man ihn enttäuschte.
"Na komm, Ochsenfrosch, hast du nicht mitbekommen, daß sie und ihr Drache uns von Anfang an eine Komödie vorgespielt haben? Sie hat ihm extra gesagt, daß er unbeholfen und ängstlich wirken sollte. Sie wollten uns in Sicherheit wiegen, und das haben sie verdammt noch mal, echt gut gemacht."
Jetzt verstand ich. Genau dieses Gefühl der Sicherheit hatte ich am Start, ich wollte FallenAngel vorführen und ganz lässig in Grund und Boden fliegen. Als ich dann merkte, daß er schneller war als gedacht, wurde ich nervös, und von dem Moment an lief gar nichts mehr und ich verlor das Rennen. Oh ja, ich hatte noch viel zu lernen, um in der Arena bestehen zu können. Ein kleiner Drache und seine schlaue Besitzerin hatten mir hier eine harte Lektion erteilt. Ich sah vorsichtig hinauf in die Fürstenloge. Der Alte unterhielt sich ganz entspannt mit poison und gratulierte ihr zum Sieg ihres Drachen, aber für einen Moment blickte er zu mir herunter, und ich will ein verdammter blöder Ochsenfrosch sein, wenn er nicht ein wenig gegrinst und mir kurz mit einem Auge zugezwinkert hat. Mann, ich bin zu oft mit dem Coach zusammen, ich rede ja schon wie er.


29.03.11

Ich schulde euch ja noch was. Ok, hier kommt Das Ende der Geschichte unseres Ausflugs vor ein paar Wochen:

Also, wir waren da auf diese Lichtung geraten, die sich als Ruheplatz eines Drachenanführers erwies. Als der riesige Drache dann erschien, wollte ich meine Freunde gegen ihn verteidigen, aber die begrüßten ihn wie einen guten Freund und ich stand da wie ein Blöddrache, immer noch in Kampfstellung, aber mit inzwischen herunterhängenden Flügeln und dem wohl dämlichsten Gesichtsausdruck, den je ein Drache gehabt hat. Ich wollte vor Scham nur noch im Boden versinken.

So bekam ich auch nur am Rande mit, daß ich dem großen Drachen vorgestellt wurde.
"... und der mutige Jungdrache hier, der uns so heldenhaft verteidigen wollte, ist mein bester Freund Spitfire." beendete der Lord gerade seinen Satz.
"Sei gegrüßt, junger Drache, ich bin Thunderstorm."
Thunderstorm! Der Held aller Arenadrachen! Und der stand hier in voller Lebensgröße direkt vor mir.

Ich stammelte etwas, von dem ich glaubte, daß es eine höfliche, einem Drachenanführer angemessene Begrüßung wäre und hielt mich im folgenden Gespräch lieber zurück. So erfuhr ich im weiteren Verlauf der Unterhaltung, daß der Coach einst Thunderstorm trainiert und einen maßgeblichen Anteil an der unglaublichen Siegesserie hatte, mit der Thunderstorm seinen Ruf als Drachenlegende erworben hatte. Seine Karriere endete aber abrupt, als sein Herr auf mysteriöse Weise von einem auf den anderen Tag verschwand. Bis dahin hatte Thunderstorm 83 Siege bei nur 8 Niederlagen errungen und damit eine bis dato unerreichte Quote von 91% erzielt.

Schließlich sagte Thunderstorm an den Lord gewandt:"Wollen wir aufbrechen? Heute ist die Thermik wunderbar." "Dann wollen wir keine Zeit verlieren." antwortete der Lord in seiner steifen Art und schwang sich behende auf den Rücken des Drachenanführers. Er schlang ein kurzes Seil um Thunderstorms Hals, hielt sich daran fest, und der riesige Drache hob mit zwei kurzen geschmeidigen Flügelschlägen von Boden ab. Währenddessen war der Coach auf meinen Rücken geklettert, benutzte aber kein Seil.

"Wollen Sie sich nicht festhalten, Coach?" fragte ich vorsichtshalber. "Sehe ich aus wie ein alter Finsterfürst, der nicht ohne Hilfsmittel reiten kann? Sieh zu, daß du in die Luft kommst, Ochsenfrosch, sonst verlierst du gleich den Anschluß.
Der Dicke da kann nämlich fliegen im Gegensatz zu gewissen anderen Drachen hier!"

Ich legte einen wahren Raketenstart hin, so wie ich es im Arenatraining gelernt hatte und hoffte, der Coach würde sich verängstigt an mir festklammern, aber der blieb lässig auf meinen Schultern sitzen und schimpfte munter weiter über Drachen, die zu fett, zu faul, zu dumm und allgemein unfähig wären, auch nur halbwegs geradeaus fliegen zu können. In Gedanken sprach ich seine komplette Tirade fehlerlos mit, so oft hatte ich sie schon gehört.

Thunderstorm führte uns in die unzugänglichen Regionen des nahen Felsmassivs und plötzlich spürte ich, daß die Luft mich emportrug. Das hier war ein ganz anderes Fliegen, als ich es aus der Arena oder von meinen Jagdausflügen her kannte.

"Überlasse der Luft die Arbeit," rief Thunderstorm mir in der Drachensprache zu, während er sich mit weit ausgebreiteten Flügeln immer höher schraubte, "und lass dich einfach von der Strömung hoch tragen, nicht gegen die Luft ankämpfen, sie ist sowieso stärker als du, nutze ihre Kraft!"

Ich machte es wie der große Drachenanführer, breitete einfach die Schwingen aus und überließ der Luft die Arbeit. Tatsächlich trug sie mich auch immer höher. Irgendwie erinnerte mich das an die Kurven in der Arena, mit denen ich so oft Schwierigkeiten hatte. Man mußte sich einfach ohne Flügelschlag in die Kurve hineintragen lassen, dann kam man auch nicht von Kurs ab. Der Coach hatte das immer gepredigt, aber ich hatte es bis jetzt nicht verstanden. Nun fühlte ich es selbst und meine Flügel taten ganz von allein das Richtige.

Kurze Zeit später deutete der Lord von oben auf einen großen Felsvorsprung und rief Thunderstorm etwas zu, der sich daraufhin dorthin wandte und zur Landung ansetzte.
"Da gehen wir auch runter!" rief mir der Coach zu. Kaum waren wir auf dem Felsvorsprung gelandet, sprangen die Menschen schon von unseren Rücken.

"Der Coach und ich wollen hier oben ein paar verlassene Drachenhorte erforschen, ihr zwei könnt euch noch einen schönen Nachmittag machen, wir sehen uns in ein paar Stunden wieder hier, Spitty." sagte der Lord und schon kletterten er und Coach weiter nach oben in Richtung Drachenhöhlen.

Thunderstorm und ich blieben noch eine Weile sitzen und genossen den Ausblick auf das weite Tal und den dahinter liegenden Wald. Weit unter uns spielten ein paar Drachenkinder Fangen in der Luft, ganz leise konnte man ihr fröhliches Quieken und Kreischen hören. Auf der Straße, die sich durch den Wald schlängelte, fuhr eine Kolonne Marktkarren aus unserem Dorf in Richtung Dragolin. Die Ruhe hier oben war eine Wohltat, Arenen und schimpfende Drachentrainer waren plötzlich ganz weit weg.

"Hier gefällt es mir," sagte ich, "ich glaube ich wäre auch gerne ein freier Drache, dann kann ich fliegen, wann ich will, kein Coach mehr, schlafen solange ich will...kein fluchender Drachentrainer mehr, und das Beste, kein Coach mehr, der mich hasst..." "Er hasst dich nicht." "Bitte, was? Er kennt mehr Schimpfworte als es Drachen in Dragosien gibt, und jedes einzelne hat er mir schon an den Kopf geworfen."

Thunderstorm öffnete leicht das Maul und zeigte die Zähne, die Drachenvariante des Lächelns. "So zeigt er dir seine Zuneigung, je mehr er schimpft und flucht, desto mehr mag er dich. Ich habe gesehen, daß er dir meinen Flugstil beigebracht hat, das Glück hatte nicht jeder seiner Schüler. Bei den meisten reichte das Talent nicht. Lass mich raten: du fliegst wie ein Maikäfer, das nennst du Kurvenflug, da fällt ja ein Backstein eleganter vom Turm, Kontinente verschieben sich schneller, als du startest und so weiter und so weiter..." Beim letzten Satz imitierte er die Sprechweise des Coaches perfekt.

Jetzt mußte ich auch lächeln. "Dich hat er auch so runtergemacht, Ochsenfrosch und so genannt?" "Ochsenfrosch ist neu, ich war immer eine ´hässliche Unke´, aber für seine Sprüche habe ich mal sein Met mit Drachenelixier versetzt. Interessant, wie das Zeug auf Menschen wirkt, eine Woche lang war sein Gesicht grün, und er hatte grüne Schuppen auf dem Rücken."

"Und was hat er dazu gesagt?" Thunderstorm schüttelte belustigt den Kopf und sagte: "Er sah in den Spiegel, mußte laut lachen, und von dem Tag an waren wir die besten Freunde."
"Er hat gelacht..? Menschen sind merkwürdig, sie tun immer das Gegenteil von dem, was du von ihnen erwartest." "Ich finde die Zweibeiner ganz unterhaltsam," meinte Thunderstorm, "nun komm, ich zeige dir noch ein paar Tricks, wie man sich den Gegner mit Schwanzschlägen und Feuerstößen vom Leib hält."

In den folgenden Stunden hatte ich das Gefühl, mehr über das Wettfliegen zu lernen, als in all den Wochen zuvor. Thunderstorm zeigte mir, wie man schon am Start den Gegner einschüchtert, indem man den wilden Drachen mimt, wir spielten das alte Drachenkinderspiel "Baumslalom", bei dem er mich mit Leichtigkeit abhängte. Ich hätte nie gedacht, daß ein so riesiger Drache wie er so schnelle Richtungswechsel beherrscht. Sowas haben noch nicht mal die viel kleineren Dragballer drauf, und die sind schon wieselflink. Da würde ich zu Hause noch viel zu üben haben.

Leider war Thunderstorms Lehrstunde viel zu schnell vorbei, und so fanden wir uns schließlich auf dem Felsvorsprung wieder, wo der Lord und Coach ihre Funde begutachteten, während sie auf uns warteten.

Der Coach war gleich wieder in seinem Element, schwang das rostige alte Schwert, das er gefunden hatte und zeterte gleich los: "Das war keine Landung, sondern..."
"...ein Absturz, du müder Schwanzlurch, ein Metfass, das vom Wagen fällt, setzt sanfter auf als du, Landekritik Nr 32." vollendete ich den Satz und imitierte dabei seinen theatralisch leidenden Tonfall.
Dem Coach blieb der Mund offen stehen, Thunderstorm zeigte sein breitestes Drachengrinsen, selbst der Lord, der sonst immer etwas reserviert wirkt, wandte sich leise glucksend ab.

"Pass auf, was du sagst, Ochsenfrosch, ich scheuch dich und dein freches Mundwerk durch die Arena, bis dir das Wasser im schuppigen Drachenarsch kocht, du undankbares Reptil..." begann der Coach eine weitere seiner Lobreden auf mich.
Ab hier wird es unappetitlich, aber während er mich noch ausgiebig zur niedrigsten Lebensform dieses Planeten erklärte, erkannte ich das fröhliche Glitzern in seinen Augen.

Am späteren Abend, wir waren inzwischen zurück im Drachenturm, kaute ich noch an einer mageren Rinderkeule (mein einziges armseliges Abendessen, denn meine Umlagerungsaktion in der Vorratskammer war nicht unentdeckt geblieben) und dachte noch über vieles, was Thunderstorm über den Coach und seinen Einsatz für die freien Drachen gesagt hatte, nach, bis mein armes Drachenhirn streikte und ich mit der Erkenntnis einschlief, daß, was man auch immer über den Coach denken mag, dieser mürrische Graubart der beste Freund und Lehrer ist, den sich ein junger Drache wünschen kann...


22.02.11

Schon seit Tagen kommen Wagen vom Markt angefahren. Sie bringen das Material, das für meine nächste Steigerung benötigt wird. Das Zeug wird in einen Kreis aus magischen Zeichen gestellt, den die Zauberer in meiner Kammer auf den Boden gemalt haben. Wenn alles darin aufgestapelt ist, wird die Steigerung mit dem ersten Zauberspruch eingeleitet.

Der magische Kreis beginnt zu leuchten, während das Material allmählich auf geheimnisvolle Weise verschwindet. Das dauert ungefähr drei Tage. Je mehr von dem Material verschwindet, desto heller wird das Licht.

Zum berechneten Zeitpunkt muß ich dann in diesen Lichtkreis treten, die Magier führen das Ritual durch und - Tadaa - der kleine Spitty kommt als mächtiger erwachsener Drache wieder heraus.

Bis dahin ist aber noch etwas Zeit, also kann ich meine Geschichte von unserem denkwürdigen Ausflug weitererzählen.

Also, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, der Chef und Coach waren schon losgeritten, aber ich hatte noch etwas Zeit, da ich auf dem Luftweg schneller da sein würde, deshalb beschloss ich, einmal die Küche zu inspizieren. Der Lord hatte dem Personal unseres Turmes den Tag freigegeben, also mußte der Drache halt nach dem Rechten sehen. Nun, die Küche selbst war blitzblank aber die Vorratskammer schien arg überfüllt zu sein. Eine Rinderhälfte und ein paar Schinken mußten daher in meinen Magen umgelagert werden. Zufrieden mit meiner Inspektion machte ich mich auf den Weg zur besagten Lichtung und erreichte sie sogar noch vor den beiden Herren.

Es war schön hier, die Sonne schien, die Bäume spendeten etwas Schatten, ich sog die frische Vorfrühlingsluft tief ein - hier stimmte etwas nicht!

Hier roch es nach Drache. Ich blickte mich um. Ja, das hier war eindeutig der Ruheplatz eines Drachen, hier kann er nachdenken oder sich einfach die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Und wenn es eins gibt, was wir Drachen hassen, dann ist es die Tatsache, daß jemand ungefragt unseren Ruheplatz betritt.

Wir befanden uns hier in Lebensgefahr! Jeden Moment konnte hier ein wütender Drache erscheinen und dann... Naja, Grillparty eben...

In diesem Moment trafen der Chef und Coach ein. Der Coach erzählte gerade mal wieder eine Anekdote aus seiner Militärzeit beim kaiserlichen Drachenkorps.

"...und so hing der Oberst also mit dem Kopf nach unten am Hals seines Drachen, und der fragt ihn ganz höflich: ´Soll ich heute auf dem Rücken fliegen, Sir?´ Bruuhaahahaaha...Und die ganze Truppe, die immer noch angetreten war, versuchte verzweifelt, keine Miene zu verziehen, aber überall konnte man unterdrücktes Glucksen und Kichern hören. Der Alte hat sich nie wieder auf einen Drachen gesetzt, ohne den Sattel genau zu kontrollieren..."

Die beiden stiegen von ihren Pferden ab.

"Schade, daß ich ihn nicht mehr als Drachenreiter erlebt habe, zu meiner Zeit war er nur noch im Innendienst. Aber er soll ein ganz Großer gewesen sein." sagte der Lord grinsend. "Ay, das war er." bestätigte der Coach, "Der beste Drachenreiter, den ich je gesehen habe."

"Ah, Spitty, du bist ja schon da."

"Chef, wir sind in Gefahr, wir haben den Ruheplatz eines Dra..."

Das Rauschen eines sehr großen Flügelpaares übertönte meine Warnung. Der Besitzer dieser Lichtung landete sanft auf der gegenüber liegenden Seite. Sein Schuppenpanzer war so dunkelgrün, daß er schon fast schwarz schimmerte, die Augen leuchteten rötlich. Ein Anführer! Die verstehen nun wirklich keinen Spaß. Hier also würde nun unser Leben enden. Aber nicht kampflos, sagte ich mir. Ein Drache verteidigt seine Freunde bis zum Äußersten, auch wenn es aussichtslos ist. Das ist so ein Ehrending bei uns. Jeder Drache macht das so.

Ich stellte mich vor meine Freunde, duckte mich kampfbereit, breitete die Flügel aus, um größer zu erscheinen und machte mich auf einen Angriff gefaßt. Aber es passierte nichts.

Der Lord stand in seiner schwarzen Drachenreiterrüstung mit lässig herabhängenden Armen neben mir mitten auf der Lichtung, und Coach marschierte munter auf den riesigen Drachen zu!

"Thunderstorm, du hässliche Unke!" brüllte er fröhlich.
"Coach Otto, liebenswürdig wie immer." brummte der Drache freundlich. "Schön, daß ihr gekommen seid."

Jetzt muß ich aber erst mal wieder Schluss machen, denn eben hat der Lord mich gerufen. Mein Steigerungsritual fängt an. Leute, das nächste Mal melde ich mich als Erwachsener, und dann erzähle ich die Geschichte auch zu Ende. Bis bald.

07.02.11

Ich habe lange nichts geschrieben, ich weiß, aber zu meiner Entschuldigung sei gesagt, es ist hier auch nicht viel passiert. Also mit mir, meine ich. Training, Training und nochmals Training, das war so ungefähr mein Tagesablauf in den vergangenen zwei Wochen. Abends war ich meistens so kaputt, daß ich nur noch ein paar Kilo Fleisch runterwürgen konnte, um dann gleich auf mein Strohlager zu fallen und einzuschlafen.

Frühmorgens mußte ich dann wieder hoch, etwas Obst zum Frühstück und dann wieder runter in die Arena und - ihr könnt es euch denken - trainieren. Der Chef war wieder mal so beschäftigt mit seinen Geschäften, daß er kaum Zeit für seinen leidgeprüften Drachen hatte. Am Sonntag kam er aber dann doch.

Ich durfte aussschlafen und bekam ein herrliches Frühstück mit Fleisch, Früchten, Brot und sogar Honig, den ich seit meiner Kindheit nicht mehr gefressen habe. Danach erschienen dann der Lord und Coach in der Drachenkammer, gerade rechtzeitig, um meinen sorgfältig vorbereiteten Rülpser zu hören. Menschen empfinden Drachenrülpser offenbar als unangenehm, und diese beiden stellten diese Hypothese eindeutig unter Beweis.

Seine Lordschaft stolperte rückwärts und ließ sich in den nächstbesten Stuhl fallen, wobei er heftig mit der Hand vor seinem Gesicht wedelte und nach Luft und Worten rang. Coach stützte sich an der Wand ab und neigte sich bedenklich weit nach vorn. "Buuaahh, Drache, bist du mit Jauche gefüllt? Dieser Gestank bläst ja die Kaiserliche Drachenstaffel vom Himmel, wi-der-lich!!" würgte er hervor, sein Gesicht war so grün wie meines, dabei war er ein Experte für üble Gerüche, so wie der manchmal aus dem Hals stank.

"Raus-auf-die-Flug-platt-form..." krächzte der Lord. Ich folgte den beiden nach draußen, äußerlich zerknirscht, aber innerlich war ich stolz darauf, wie erwachsen mein Rülpser geklungen hatte. Den angeblich so widerlichen Gestank hatte ich übrigens gar nicht wahrgenommen, obwohl ich von uns dreien ja wohl den feinsten Geruchssinn habe.

Ich machte mich auf eine Strafmaßnahme gefaßt, die ich drachenhaft ertragen wollte, aber der Chef hatte etwas anderes mit mir vor. "Wir machen einen Ausflug, Spitty." sagte er. Dann breitete er eine Karte der Umgebung aus und zeigte auf eine bestimmte Stelle in der Nähe der Berge. "Kennst du diese Lichtung?"

Ich war auf meinen Rundflügen über Dragosien weit herumgekommen und kannte die Gegend wie meine nicht vorhandene Westentasche. "Klar, Chef."
"Gut, der Coach und ich satteln die Pferde, in zwei Stunden treffen wir uns dort. Wir werden eine Menge Spaß haben, das garantiere ich dir. Bis nachher dann." Das hörte sich nicht nach den üblichen Jagdausflügen an. Ich war gespannt, was mich erwarten würde.

Oh, langsam muß ich mich hinlegen, morgen ist wieder Training. Den Rest erzähle ich euch dann später, versprochen.

22.01.11

Langsam gewöhne ich mich an das harte Training. Der Coach ist unerbittlich, wenn ich Fehler mache, aber er lobt mich auch bei guten Leistungen.

Langsam verstehe ich auch, was er eigentlich von mir will. Zum Beispiel lobte er mich heute: "Du hast starke Beine, damit kannst du am Start gut abspringen und ein paar Meter gutmachen." aber dann kritisierte er mein Flugverhalten: "aber du fliegst wie ein Maikäfer, Drache. Kein bißchen effizient, immer nur flattern, bremsen, weiterflattern. Du brauchst viel zu viel Kraft!"

Typisch Coach, knallharte Fakten mitten ins unschuldige Drachengesicht, aber er hat wohl recht. In der Natur gucken sich die jungen Drachen das richtige Fliegen von ihren Eltern ab, aber ich mußte es eben alleine lernen. Beim Krafttraining habe ich ihn dann aber richtig beeindruckt. Die Hundert-Kilo-Hantel greifen, dann zwei Meter hoch fliegen, 15 Sekunden oben bleiben, dann laaangsam wieder runter. Diese Übung stärkt die Flugmuskulatur. Das habe ich 28 mal hintereinander geschafft.

"Nicht schlecht, Drache, gar nicht schlecht." Das ist so ungefähr das größte Kompliment, zu dem der Coach fähig ist.
Puh, ich spüre zwar jeden einzelnen Knochen in meinem Körper, aber irgendwie fühle ich mich richtig gut.

Jetzt ist Wochenende, vielleicht fliege ich noch mal zu speedy1501, um ihm zu erzählen, wie gut ich mich im Arenatraining anstelle. Kann ich ja als "Langstreckenausbildungsflug" im Trainingsplan eintragen. Vielleicht gibts ja wieder Kakao und Döner, muß der Alte ja nicht erfahren ;).

19.01.11

Ich saß ganz ruhig in meiner Kammer und blätterte in einem Buch in Menschensprache, daß ich aus der Bibliothek des Lords stibitzt hatte. Ich verstehe die Menschensprache mittlerweile gut und kann sie auch einigermaßen verständlich sprechen, aber dazu später mehr, denn plötzlich kam der Lord herein, in seiner Begleitung befand sich ein untersetzter grauhaariger Mann, den ich bisher noch nie gesehen hatte.

Ich begrüßte den Lord nach Drachenart mit einem höflichen Kopfnicken und ignorierte den anderen Kerl erst mal. "Guten Abend, Spitfire", sagte der Lord knapp.

Das bedeutete nichts Gutes, sonst sagt er immer "Spitty" oder "Kumpel" zu mir.

"Ich stelle dir deinen neuen Trainer vor, ein sehr erfahrener Mann, der schon viele Drachen zu Meistern in der Arena gemacht hat. Er wird jetzt deine Arena-Ausbildung übernehmen." fuhr er fort, während der andere Kerl mich anstarrte, als wäre ich etwas Ekliges, das an der Wand klebte.

"Also gib dir Mühe und höre auf den Coach.." und an den Kerl gewandt sagte er noch: "Nehmen sie ihn ordentlich ran, er hat Talent, aber er ist ein bisschen faul. So, jetzt lernt euch erst mal kennen, und dann viel Spaß bei der ersten Trainingsstunde, Spitty!" Damit ging er.

Der andere Typ, der "Coach" hieß, blieb da. "Fett und verweichlicht! Zuviel Fleisch gefressen. Naja, kräftige Flügel hat er ja wenigstens." brummte er. Unverschämtheit! Wie redet der mit einem Drachen?

Ich fauchte ihn einfach mal kurz an, aber das war wohl ein Fehler, denn er wich nicht zurück wie andere Menschen sondern packte mit kräftigem Griff meine Hörner, zog meinen Kopf so dicht an sich heran, daß ich seinen Zwiebelatem riechen konnte und brüllte mich mit seiner rauen Stimme an. "Was war das, Drache?!"

Und dann ging er vor mir auf und ab und deckte mich ungefähr zwanzig Minuten lang mit übelsten Schimpfwörtern ein, ohne sich dabei ein einziges Mal zu wiederholen. Das nötigte mir doch einen gewissen Respekt ab. Der Kerl wußte, wie man mit widerspenstigen Drachen umgeht. Zum Schluß sagte er dann: "Wir sehen uns in fünf Minuten in der Arena!"

Dann ging er, ohne mich noch eines einzigen Blickes zu würdigen. Ich glaube, ich fliege jetzt lieber runter zur Arena. Nach dem Training melde ich mich wieder.

17.01.11

In dieser Woche ist nicht viel aufregendes passiert. Seine Lordschaft war mit mir auf Schatzsuche gewesen.(So ein zwielichtiger Typ mit weissem Bart hatte ihm mal wieder für 10 Elixiere eine Schatzkarte angedreht) Tatsächlich haben wir dann an die 280.000 Goldstücke gefunden. Den Alten hats gefreut, mir war es relativ egal, ich verstehe diese Gier nach Gold nicht. Das Zeug schmeckt nach nichts, liegt nur in der Schatzkammer rum, und der Alte hat immer Angst, dass es ihm einer klaut. Ich verstehe nicht einmal, warum ich immer den Drang habe, dieses nutzlose Zeug zu bewachen. Menschen eben. Man muss sie nicht verstehen. Den Rest der Woche hat der Lord dann überwiegend im Büro oder auf der Arena-Baustelle verbracht statt sich um seinen Drachen zu kümmern. Dann bin ich eben auf eigene Faust losgeflogen, um die Gegend zu erkunden.

09.01.11

Heute war ein schöner Tag! Der Alte hatte gute Laune, seine Geschäfte auf dem Markt waren wohl gut gelaufen, und er hatte ne Menge Gold verdient. Jedenfalls ist er mit mir auf die Jagd gegangen. Ich habe zwar nichts gefangen, aber eine Menge Spaß gehabt. Ich bin so hoch geflogen wie noch nie, hatte das Gefühl, ich könnte ganz Dragosien überblicken, und dann im Sturzflug wieder runter, kurz über dem Boden wieder abfangen und.. Krach.. hat es mich in die Bäume gehauen. Der Lord war etwas besorgt, aber mir ist nichts passiert, wir Drachen sind fast unverwundbar, uns macht so eine Bruchlandung nichts aus.

07.01.11

Ich darf hier jetzt auch schreiben, denn der Chef behandelt mich nicht mehr wie ein kleines Drachenbaby. Allerdings stampft er die ganze Zeit grummelnd durch den Turm. Irgendetwas geht ihm nicht schnell genug. Er hat die Vorarbeiter sämtlicher Betriebe zu sich gerufen und ihnen die Hölle heiß gemacht. Es geht um eine Arena, glaube ich, und wie sie bezahlt werden soll. Aber noch schlimmer: es geht auch um mich. Ich bin teuer.
Die Gildenleute mit ihren Dragballern hätten es leichter als er.
Warum tritt er nicht einfach in eine Gilde ein? Aber er will ja unbedingt unabhängiger Drachenzüchter bleiben.
Na ja, davon verstehe ich nichts, bin nur ein einfacher Drache, der sein Leben geniesst, so lange es noch geht.
Aber etwas bedrückt mich ein wenig. Ich bin allein. Der einzige Drache hier. Ich habe einen Pfleger und der Chef kümmert sich regelmäßig um mich, aber manchmal, wenn ich am Himmel andere Drachen fliegen sehe, dann zieht es mich zu ihnen.





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